Offizierhelm - 1. Garde Regiment zu Fuß - Militaria - Berlin- Seidel u. Sohn

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Offizierhelm - 1. Garde Regiment zu Fuß

Objekte
1. Garde-Regiment zu Fuß, aptiertes Modell 1842, mit Veränderungen nach Vorschriften von 1857 und 1860.
Feines stabile Lackleder, eckiger Vorderschirm, mit versilberten Beschlägen: Sechsfach gekehlte Spitze auf Kreuzblatt mit vier vergoldeten Sternschrauben. Die Spitze abnehmbar mittels einer langen bis in den Helmkopf reichenden Schraube mit einer Flügelmutter kombiniert mit Druckring. Der Garde-Adler, der Gardestern mit bunt emailliertem Mittelstück und das ab 20.08.1860 aufgelegte Vaterlandsbandeau echt silbern, mit entsprechender Patina. Breite gewölbte, vergoldete Schuppenketten an vergoldeten Rosetten mit Schraubknöpfen (des Musters 1842). Der Vorderschirm mit braunem, der Hinterschirm mit rotem Leder gefüttert. Schwarzledernes Kopffutter mit geringen Altersspuren. Rechts große Lederkokarde mit versilbertem Ring.
Absolut unberührter und perfekter Erhaltungszustand und ein hochseltenes typisches Übergangsmodell.
Dieser Helm verkörpert die preußische Sparsamkeit. Der Träger ließ die Helmglocke nach den Vorschriften von 1857 kürzen; die ursprünglichen Löcher zur Befestigung der Schuppenketten sind innen am unteren Helmrand gut sichtbar, außen durch die aufgesetzten Ohrenleder natürlich verdeckt. Die alte originale Schuppenkette mit ihren Befestigungsschrauben M/42 wurde nun höher gesetzt montiert, die Vorschrift vom 26.6.1856 wonach die Schuppenketten nun flach zu sein hätten wurde also hier übergangen. Eine weitere Änderung erfolgte durch die Anbringung des Vaterlandsbandeaus auf dem Adler.
So ist dieser Helm also getragen worden von etwa 1845/50 (eingeschätzte Anfertigungszeit) bis in die 1860er Jahre. Durch die Verfügung der AKO waren trotz aller möglichen neuen Vorschriften und Änderungen immer relativ lange Übergangsfristen bzw. Auftragezeiten bestimmt, die auch die Sparsamkeit zur Grundlage hatten.

Der Helm für das 1. Garde-Regiment zu Fuß hatte bis 12.11.1888 goldene Schuppenketten und Sternschrauben, erst danach wurden diese Teile silbern. Die Rosetten an den Schuppenketten sollten versilbert sein, was bei diesem Helm jedoch nicht der Fall ist.

Laut Ranglisten von 1853 und 1861 kommen als Träger dieses Helmes nur ca. 20 – 25 Offiziere in Frage.

Literatur: Pietsch, Formations- und Uniformierungsgeschichte des preußischen Heeres, Hamburg 1963, Band I, Seite 53 – 62, Abbildung 16/2, Abbildung 18/1 und 2
 
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